ABER ich lebe noch. Eine chronologische Reihenfolge meiner Tätigkeiten werde ich ich jetzt nicht mehr auf die Reihe bekommen, aber hier ein kleiner Überblick, was ich in der letzten Zeit so getrieben habe.
Ich bin jetzt seit über einen Monat in den USA und die Zeit ging einfach viel zu schnell um. Nur noch knapp 11 Monate bin ich in The Magic City (*) und ich kann mir jetzt schon nicht mehr vorstellen wie ich mich jemals wieder von dieser Stadt verabschieden soll.
Eines der größten Highlights bis jetzt war definitiv Halloween.
Während man in Deutschland denkt, einen alten Lumpen von Bettlaken über den Kopf des Kindes zu werfen und es als "Geist" zu deklarieren ist völlig ausreichend, ist in den USA als was oder wen man geht schon Wochen zuvor Gesprächsthema Nummer eins.
Ob man das Haus schmückt oder nicht kommt darauf an, in welcher Wohngegend man sein Haus stehen hat. Während man in meiner Straße nicht einmal einen runzeligen Kürbis gesehen hat, wetteiferten sich die Häuser in der Nachbarschaft, in denen wir "Trick and Treat" gegangen sind, wortwörtlich zu Tode.
Der Sonnenuntergang und die schöne Bayside Location machten den Abend perfekt.
Während die Kinder ihre tonnen von Süßigkeiten an einen diebessicheren Ort versteckten und begannen von Hershey's, Reese's und Nerds zu träumen, begann für die Älteren unter uns erst der Spaß. Denn das tolle an Amerika ist, dass hier auch Erwachsene verrückt nach Halloween sind. Man hat wahrscheinlich nicht gelebt, wenn man in Miami wohnt und dies nicht mindestens einmal auf der Lincoln Road gefeiert hat.
Es war voll, ich habe mehr nackte Hintern gesehen als ein Mensch an einem Abend vertragen kann und wir mussten eine Stunde auf eine Pizza warten, aber es hat sich definitiv gelohnt. Mein Ziel des Abends war es ein Foto mit einem Games of Thrones Charakter zu ergattern und kurz bevor wir gehen wollten, ist es mir auch gelungen. UND ich habe das erste Mal total movie-like ein gebles, amerikanisches Taxi gestoppt. Wohoo.
Auch mein Alltagsleben hat ein paar Upgrades bekommen. Ich bin Mitglied in einem Fitnessstudio/-center/Pool/Gemeinschaftsding (ich habe wirklich keine Ahnung wie man das nennt), auf jeden Fall kann ich dort jeden Tag zum Pool und zum Fitnessstudio gehen und mache einen Yoga und bald auch Zumba-Kurs. Meine beiden Jungs haben dort Fußball, Schwimmen und Basketball (Die Amerikaner und ihre Afterschool-Activities), das heißt, dass es für mich als "Familienmitglied" sogar noch günstiger ist.
Wenn man dort am Pool chillt, ist der Besuch von einem Leguan aka Babydrache nicht selten und ich konnte mich noch nicht entscheiden ob mir das Freude oder Angst bereitet.
(Naja, eigentlich sind sie schon ganz cool)
Desweiteren bin ich jetzt Mitglied in der Public Library, was ich besonders cool finde, weil es kostenlos ist und ich hier alle Bücher sind, die ich schon immer mal auf englisch lesen wollte. Dies wird ein Ort sein, den ich in den kommenden Monaten häufig besuchen werde.
Mittwoch gehört (neben dem Wochenende natürlich) zu meinen Lieblingstagen. Abends wird auf einer großen Wand ein Film gezeigt und es kommen jedes Mal unglaublich viele Menschen zusammen, ausgestattet mit Decken, Kissen und Picknickkörben, und schauen ihn sich gemeinsam im Park an. Es wechseln sich immer alte mit neuen Filmen ab wie zum Beispiel Birds (1963) von Alfred Hitchcock oder Maleficient, der vor kurzem im Kino lief, was genau meinen Geschmack trifft.
Ich muss zugegeben, dass der Starbucks-Wahn, von dem 99% aller Au Pairs betroffen sind, auf mich nicht zutrifft. (Nur einmal musste ich mir eine Pumpkin Spice Latte gönnen). Dafür bin ich allerdings dem Dunkin Donuts Wahn verfallen. Dass er 5 min. von unserem Haus entfernt ist, trägt dazu bei, dass ich mich fast täglich durch die Auswahl von Donuts, Hash Browns, Muffins, Smoothies und Iced Teas arbeite.
Ich liebe Dunkin Donuts.
(*) Während der 1920er Jahre war in Miami das Glücksspiel erlaubt, und die Prohibition wurde weitgehend ignoriert. So immigrierten Tausende aus dem Norden der USA nach Miami und lösten somit den Bau-Boom aus. Die Skyline von Miami mit ihren Hochhäusern entstand, und Miami erhielt dadurch seinen Spitznamen „Magic City“ (deutsch etwa: Zauberstadt), da die Stadt sich von einem Winter auf den nächsten derartig schnell veränderte, dass Besucher der Meinung waren, die Stadt sei wie von Zauberhand gewachsen. (Quelle: Wikipedia)








